LEMMY . Aperitivo - Bar - Restaurant
„Ein kölscher Italiener“, so nennt sich Carmine Massa selbst. Er kam 1997 von seiner Insel Capri nach Köln um, wie er sagt, Erfahrungen zu sammeln. Er war gelernter Oberkellner, arbeitete in Köln zunächst als Kellner, bis er eine Lehre zum Koch machte. Viele Stationen in guten Kölner Restaurants hat er durch und ist seit 2009 selbstständig als Mietkoch. Viel Zeit, in der er längst, reich an Erfahrungen, hätte zurückkehren können, aber in Capri vermisste er Köln, und er passte einfach nicht mehr auf seine kleine Insel. Außerdem sei Köln ja auch ein bisschen wie Italien, „da fällt mal ein Haus um oder ein Kirchturm kippt“, da fühlt man sich zu Hause.
Kaum in Deutschland angekommen, fiel ihm bereits das Lemmy auf. Er sagte damals zu seinem Kumpel, er wolle es gerne kaufen. Aber damals war er ja noch kein Koch, sprach noch kein Deutsch und das Geld passte auch noch nicht. Es vergingen also vierzehn Jahre, bis er „sein“ Restaurant übernehmen konnte.
Oft wechselte der Besitzer in den letzten Jahren im Lemmy. Viele wissen nicht, dass nun der fröhliche Italiener das Restaurant an der Ecke übernommen hat. Äußerlich hat sich noch nicht viel verändert. Innen aber wurde zuallererst einmal die Lüftung erneuert und Schönheitsreparaturen - unter anderem an den Toiletten, durchgeführt.
Der Gastraum wird in Kürze mit der Leidenschaft Massa´s verschönert: Er liebt alte Vespas, und außer, dass eine davon gleich im Raum drinsteht, werden neue Bilder, in schwarz-weiß, an die Wände gehangen. Das Wichtigste ist aber natürlich das Essen. Es wird noch ein bisschen ausprobiert, ob es nun mehr italienische oder deutsche Küche geben soll. Dank der Reaktionen, und sehr gerne angenommenen Kommentaren und Kritik der Gäste, wird der Schwerpunkt eindeutig auf italienischer Küche liegen. Gute italienische Hausmannskost mit frischen Zutaten und ohne Verwendung von Geschmacksverstärkern und Zusatzstoffen. Pizza gibt es nicht, dafür fehlt der Ofen, aber dafür von Bruschetta über Salate, Fleisch- und Fischgerichte, Pasta, Panini und Dolci - alles was man vom Italiener erwartet. Aber mit außeritalienischen Einflüssen.
Bei Fischsuppe denken wir an Bouillabaisse (für € 5,90). Beim Salat finden wir neben klassischen italienischen Kompositionen, wie „Insalata Francia“, Salatherzen mit gebackenem Ziegenkäse (€ 9,90) oder „Insalata Lemmy“ mit Putenstreifen und frischen Champignons (€ 9,50). Nudeln kann man schon für € 5,90 als „Aglio e Olio“ essen, oder raffinierter, als Spinaci Crespelle (Crespelle mit Ricotta- Spinat-Füllung für € 8,90). Lasagne gibt es natürlich auch - mit einem kleinen Salat für € 7,90. Die Nudeln kommen frisch und selbst gemacht von einem italienischen Freund. Die Kartoffeln sind vom Bauern und werden als Bratkartoffeln selbst und frisch zubereitet. Ebenso in den hausgemachten Reibekuchen (rheinische Art für € 5,50). Im Lemmy gibt es eine feste Speisekarte, sowie die Tafel, auf der die frischen, saisonalen und fast täglich wechselnden Speisen angeboten werden. Ein besonders nettes Angebot ist der „Aperitivo“. Da gibt es für € 5,90 einen Aperol-Sprizz und eine kleine Variation von Fingerfood. Außerdem schön für eine kleine Begleitung zum Wein ist das Angebot „Käseplatte“: Ein Glas Wein und eine Käseauswahl für € 8,50. Und nicht zu vergessen, gibt es jeden Tag das Mittagsmenü. Für € 8,50 bekommt man zwei Gänge und ein Softgetränk dazu. Carmine ist übrigens gerne bereit, für Allergiker ein laktose- und glutamatfreies Essen zu zubereiten.
Zu trinken gibt es im Lemmy für Bierfreunde Reissdorf Kölsch (€ 1,50), und für Weinliebhaber gibt es den guten und günstigen, italienischen Hauswein (€ 3,50 im 0,2-Glas). Wenn Carmine von Wein spricht, merkt man, dass nicht nur gute Küche und Vespa seine Leidenschaften sind. Er freut sich an seiner Weinkarte, auf der hauptsächlich italienische Weine, aber auch deutscher Riesling und Grauburgunder angeboten werden.
Das Lemmy ist nicht nur einfaches Restaurant. Samstags wird es zum Restaurant mit Live-Musik, sonntags kann man sich dort einen Brunch bestellen, und man kann den Raum mieten zum selber feiern. Dazu gibt es das Angebot, einen Barman zu bekommen, der gekonnt Cocktails mixt. Das Restaurant wird zur Eventlocation, wenn Carmine dort Kochkurse anbietet, zum Beispiel im Rahmen einer Firmen- und Weihnachtsfeier. Daran können maximal 40 Leute teilnehmen und gemeinsam, in Kochschürzen gehüllt und mit Prosecco angewärmt, ein vier-Gang- Menü herzustellen. (Kosten ab € 60.- pro Person).
Carmine kann man sich so vorstellen: Eine Frau kommt ins Restaurant und bestellt einen frischen Minztee. Während Carmine den Tee zubereitet, ruft sie plötzlich. „Halt, stopp! Ich habe mein Portemonnaie vergessen.“ „Macht nichts, zahlst du beim nächsten Mal.“
Kölsch und italienisch, eine gute Kombi.
Sonja Alexa Schmitz
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