Die Goldschmiedin Cordula Rössler präsentiert noch bis zum 22. Januar 2012 in ihrer Galerie in der Kölner Südstadt die Holzgefäße des Künstlers
Friedemann Bühler, der kürzlich für seine Arbeiten mit dem internationalen Grassipreis ausgezeichnet wurde.
Köln, 1. Dezember 2011 - Eine Ausstellung preisgekrönter Holzgefäße des süddeutschen Holzgestalters Friedemann Bühler ist noch bis zum 22. Januar 2012 in der Galerie der Goldschmiedin Cordula Rössler in der Alteburger Str. 30 in der Kölner Südstadt zu sehen. Bühler, der mit seinen Objekten auf vielen nationalen und internationalen Ausstellungen und Messen vertreten ist, erhielt Ende Oktober den Grassipreis der Leipziger Grassimesse – einem internationalen Forum für Angewandte Kunst und Produktdesign.
Ein Gespür für das Besondere
„Als ich die Arbeiten von Friedemann Bühler zum ersten Mal sah, war ich fasziniert, wie filigran sie sind“, sagt die Schmuckgestalterin Cordula Rössler, die in ihren Räumen in der Alteburger Str. bereits zum 11. Mal Arbeiten von Kollegen im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung zeigt. Ihr Gespür für innovative Gestaltung lebt sie dabei nicht nur in ihren eigenen Schmuckkreationen aus, sondern auch bei der Auswahl der Gastaussteller, die oftmals Preise zugesprochen bekamen während oder nach den Ausstellungen bei ihr. So auch Friedemann Bühler. „Die Resonanz auf die Schalen und
Gefäße von Friedemann Bühler hier in meiner Schmuckgalerie ist groß“, freut sich Cordula Rössler. „Viele Leute fühlen sich förmlich angezogen von der Haptik der Objekte und kommen herein, um sie von Nahem betrachten zu können.“
„ Wie der Daumenabdruck eines Riesen“
Vor rund 15 Jahren fand Friedemann Bühler als Autodidakt zum Drechseln. Damals noch Land- und Forstwirt begann er, sich für das Verborgene im Innern eines Holzstammes zu interessieren und den eigenwilligen Charakter des Materials zu erforschen. Dabei entwickelte er eine spezielle Arbeitstechnik. Sorgfältig ausgesuchte Rohlinge, mit der Kettensäge aus einem Eichen- oder Eschenstamm herausgeschnitten, spannt er auf eine Drechselbank und dreht zunächst aus dem Block ein Gefäß, das er danach in einer Wassertonne versenkt. Der vollgesogene Rohling wird weich und geschmeidig und auf der Drechselbank nass weitergedreht bis die Gefäßwände hauchdünn wie Porzellan sind. Danach wird das schalenartige oder amphorenhafte Gefäß dem Trocknungsprozess überlassen, der dem einzelnen Objekt durch die Schwindungskräfte des Holzes je nach Wuchsrichtung und Verlauf der Maserung seine ganz eigene Form verleiht. Die besondere Struktur und feine Lineatur des Holzes arbeitet Friedemann Bühler nach dem Trocknen hervor und verleiht ihr Plastizität, indem er seine Schalen und Gefäße kohlrabenschwarz, blutrot oder schneeweiß einfärbt und ölt. Hauchzart und kraftvoll zugleich wirken Bühlers Unikate „wie der Daumenabdruck eines Riesen“, wie einst die Hamburger Galeristin Schnuppe von Gwinner befand.
Bild: arts admin ||| Gefäß W/52, Eschenholz gebleicht , 38,5cm x 41,5cm, 40 cm h
Die Ausstellung ist noch bis zum 22. Januar geöffnet.
Öffnungszeiten: Di – Fr 11.00 – 19.00 Uhr, Sa 11.00 – 14.00 Uhr